Hallo zusammen, vor dreizehn Jahren bin ich zum ersten Mal E-Auto gefahren und es war ein prägendes Erlebnis. Damals fuhr nur eine kleine Avantgarde Tesla, während Zukunftsforscher bei Youtube von der Performance der neuen Autos erzählten, Botschaft in etwa: Wer einmal in einem Tesla gesessen hat, will nie wieder zum Benziner zurück. Ich war also neugierig und schrieb eine Mail an die Leipziger Stadtwerke, die kurz zuvor den ersten "Stromer" für den eigenen Fuhrpark angeschafft hatten. Kein Tesla, nur ein Nissan, aber immerhin. Die Pressestelle sagte zu, und so durfte ich zusammen mit einem Mitarbeiter meine erste Probefahrt unternehmen. Zwei Eindrücke dieser Fahrt hallen bis heute nach. Zunächst: wie leise das Fahrzeug war. Kein stotterndes Anlassen mehr, kein brummender Motor. Nur ein Tastendruck und schon gings los. Und dann das Beschleunigungsmoment: Einmal auf das Gaspedal und das Fahrzeug macht einen Satz nach vorn, während es die Insassen tief in die Sitze drückt. Ich war mir sicher: Der Umstieg auf die Elektromobilität ist unaufhaltsam. Dreizehn Jahre später können wir sagen: Der Übergang hat sich – anders als von mir erwartet – nicht als reibungsloser Siegeszug des E-Autos entpuppt, Stichwort Aus vom Verbrenner-Aus ( siehe Klima-Update #225). War es naiv von mir anzunehmen, dass sich eine überlegene Technik im Eiltempo durchsetzen werde, praktisch wie von selbst? Oder war mein Bild von der Vergangenheit falsch, und Pferdekutsche oder Dampflokomotive sind gar nicht über Nacht verschwunden? Wie läuft ein technischer Übergang ab und mit welchen Widerständen und Zeiträumen kann man realistischerweise rechnen? Darum wird es in diesem Newsletter gehen..
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