Wer sich beim Autokauf oder eben Nichtkauf durch den eigenen fossilen Fußabdruck beeinflussen lässt, darf sich gern auf die Schulter klopfen. Falls Ihnen da der CO₂-Rechner des Umweltbundesamts zu mühselig ist: Pi mal Daumen zwei Tonnen CO₂-Äquivalente pro Jahr sind ein guter Richtwert für einen mittelgroßen Verbrenner, eben je nach Nutzungsszenario. Was nun die Freude im Autohaus schmälern könnte, ist die Tatsache, dass jedem Menschen im Grunde nur gut eine Tonne CO₂ pro Jahr zur Verfügung steht – inklusive Heizung und Grillabend. In Wahrheit dürfte allerdings viele Menschen sowieso etwas ganz anderes umtreiben: In welches Fahrzeug muss ich investieren, damit ich lange etwas davon habe und es mir auf Dauer leisten kann? Auch diese Frage steht im direkten Zusammenhang mit der Klimakrise, wenn auch nicht ganz so offensichtlich.
Autofahren wird in Zukunft ein noch teurerer Spaß, egal mit welchem Antrieb. Für die Brieftasche und den Klimaschutz gleichermaßen förderlich sollen da diese hocheffizienten Verbrennungsmotoren sein. Wir erinnern uns: Das ist die verheißungsvolle Zukunft, die der Bundeskanzler gegen Jahresende ausgelobt hat und über die seither die Republik rätselt. Wenn es nach Wolfram Gottschalk geht, haben wir diese Zukunft ohnehin längst erreicht. Gottschalk, Fachmann und Professor für Verbrennungskraftmaschinen an der TU Ilmenau, weist darauf hin, dass sich der Spritverbrauch innerhalb eines halben Jahrhunderts praktisch halbiert hat. Auch, wenn man an der Zapfsäule keinen großen Unterschied zwischen einem Golf I der Siebziger und einem aktuellen Golf VIII oder einem Mittelklasse-SUV feststellt. „Dass das Auto aber doppelt so schwer geworden ist und doppelt so groß, und fünfmal so viel Komfort und Sicherheit bietet, das muss in diese Bewertung mit eingepreist werden“, so Gottschalk. |