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Um überhaupt festzustellen, ob die Erde sich erwärmt hat, messen Forschende die Oberflächentemperatur circa zwei Meter über dem Boden – und zwar auf der ganzen Erde. Dann errechnen sie den Mittelwert. Anschließend wird dieser Wert mit den Mittelwerten der vergangenen 20 bis 30 Jahre kombiniert. So lässt sich ablesen, ob die Temperatur im Mittel ansteigt. Das bedeutet aber auch: Um überhaupt messen zu können, wie sehr das Klima sich verändert hat, braucht es lange Zeiträume. Das macht es schwer, einzuschätzen, ob der Klimawandel sich tatsächlich so stark beschleunigt, dass wir allein in den kommenden 25 Jahren noch 1,6 Grad plus verzeichnen würden.
Karsten Haustein vom Institut für Meteorologie in Leipzig denkt nicht, dass ein solcher Zuwachs realistisch ist, "da der Temperaturanstieg sich auf deutlich über 0,5 Grad pro Dekade erhöhen müsste, was die derzeitige Tendenz von 0,3 Grad pro Dekade nicht hergibt". Nico Wunderling vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung sieht es ähnlich: "Ich würde schon sagen, dass drei Grad zur Mitte des Jahrhunderts ein relativ pessimistisches Szenario sind", erklärt der Klimaphysiker. Ausschließen könne er es aber nicht. "Zu hoffen wäre – und da bin ich ein bisschen optimistischer – dass wir im Jahr 2050 bei um die zwei Grad landen. Das ist bereits Grund genug zur Sorge."
Prof. Dr. Bjorn Stevens, Direktor der Abteilung Klimaphysik, Max-Planck-Institut für Meteorologie, Hamburg sagt: "Es gibt keinen wissenschaftlichen Konsens darüber, dass sich die Erwärmung beschleunigt. Der Zeitraum von Mitte 2023 bis Mitte 2024 war hinsichtlich der sprunghaften Veränderung der globalen Durchschnittstemperaturen alarmierend, aber nicht beispiellos."
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