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Die erste Lehre: Klimaschutz im Stall funktioniert nicht nach dem Prinzip "eine Lösung für alle". Es braucht Flexibilität, auch um bei Problemen reagieren zu können. Das hat auch die Einführung von Bovaer gezeigt.
Vor knapp einem Jahr berichteten einige dänische Landwirte von Kühen, die weniger fraßen, weniger Milch gaben oder krank wurden. Zwar durften betroffene Landwirte Bovaer ausnahmsweise absetzen und dürfen es auch heute noch unter bestimmten Voraussetzungen. Viele Fragen seien aber weiterhin offen, betont Jesper Arnth Stampe, Landwirt und Vorsitzender des Bereichs Viehzucht beim dänischen Ernährungs- und Bauernverband.
Erst im Mai dieses Jahres und damit mehr als ein halbes Jahr nach den Vorfällen wurden erste Analysen der Universität Aarhus veröffentlicht. Ihr Fazit: keine Hinweise auf einen generellen Anstieg der Sterblichkeit oder einen allgemeinen Rückgang der Milchleistung. Entwarnung geben die Forschenden trotzdem nicht. Einige Landwirte hätten von teils erheblichen Problemen in ihren Herden berichtet, zudem seien weiterhin Fragen offen. Weitere Studien laufen noch bis 2028.
Zu spät, meint Niels Peter Nørring, Direktor für Klima und EU-Politik, ebenfalls beim dänischen Bauernverband. Dabei gehe es weniger um die Schuldfrage, sondern um Planungssicherheit: 2030 wolle Dänemark eine Steuer auf Methanemissionen einführen. Landwirte müssten also schon jetzt anfangen, ihre Emissionen zu senken, ohne alle Auswirkungen zu kennen. Sein Kollege Jesper Stampe wünscht sich deshalb einen Klima-Werkzeugkasten, aus dem Betriebe die für sie passenden Maßnahmen auswählen können.
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