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Gehen wir noch einmal zurück zum Festival. Dort haben Besucher in einzelnen Projekten nämlich auch aufbereiteten Toiletteninhalt als "Goodiebag" mit nach Hause bekommen. Das klingt kurios, ist aber ein guter Dünger. Zwar dürfen Sie aufgrund möglicher Krankheitserreger nicht einfach Wachstumsmittel aus Eigenproduktion auf den Acker streuen und auch für Klärschlamm haben sich aufgrund der enthaltenen Schadstoffe die Auflagen stark erhöht, in Kläranlagen können aber die Stoffe, die Dünger so wertvoll machen – nämlich Stickstoff und Phosphor – zurückgewonnen werden, bei Phosphor etwa über die (Mono-)Verbrennung des Klärschlamms.
Besonders Phosphor ist dabei interessant. Ohne ihn wachsen Pflanzen nicht, gleichzeitig sind die weltweiten Vorkommen begrenzt. Genau deshalb hat der Gesetzgeber beschlossen, dass größere Kläranlagen ab 2029 Phosphor aus ihrem Klärschlamm zurückgewinnen müssen. Aus Abfall wird damit wieder ein Rohstoff.
Auch beim Stickstoff steckt enormes Klimapotenzial. Der größte Teil des Stickstoffs in unseren Ausscheidungen befindet sich im Urin. Für die Herstellung von Stickstoffdünger wird heute weltweit enorm viel Energie benötigt. Allein die Produktion von Ammoniak-Stickstoff, dem Grundstoff vieler Dünger, verschlingt rund drei Prozent des globalen Erdgasverbrauchs, erläutert Harnisch. Stickstoff, der direkt aus dem Abwasser zurückgewonnen wird, muss später nicht mehr energieaufwendig neu hergestellt werden.
Und somit sind unsere Toilette und natürlich auch alle anderen Abwässer nicht nur eine potenzielle Energiequelle, sondern auch ein Rohstofflager, das wir nutzen sollten. Oder wie Roland Dittmeyer es formuliert: "Der Grundgedanke ist, dass es keinen Abfall gibt, sondern eben nur Reststoffe oder Stoffe, die wir versuchen, wiederzugewinnen."
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