Auch für das deutsche Energiesystem sind Flüsse enorm wichtig. „Bei den Kohlekraftwerken ist es so, dass Deutschland quasi die komplette Steinkohle importiert“, erklärt Leonhard Gandhi vom Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE. Diese müsse von den Seehäfen zu den Kraftwerken transportiert werden. Dabei habe es in der Vergangenheit immer wieder Einschränkungen gegeben. „Die niedrigen Pegelstände bedingen natürlich auch eine geringere Stromerzeugung aus Laufwasserkaftwerken“, fügt Gandhi hinzu. Österreich etwa habe deshalb aktuell deutliche Rückgänge in der Stromerzeugung.
Werden wir 2050 also Strom sparen müssen, weil das Wasser an unterschiedlichen Stellen fehlt? „Tatsächlich könnte man denken, dass sich die Lage infolge des Klimawandels verschärfen wird“, erklärt Leonhard Gandhi. Er erwarte allerdings eher das Gegenteil. Weil in ganz Europa erneuerbare Energien ausgebaut werden, wird unser Energiesystem vermutlich eher resilienter gegen Dürre und Hitze. „Gerade die Photovoltaik in Kombination mit Batteriespeichern kann während sommerlicher Hitzewellen besonders viel Energie liefern“, erklärt Gandhi. Aus seiner Sicht seien diese Bedingungen für die Erneuerbaren eine Chance.
Auch, dass europäische Nachbarländer wie Polen und Frankreich weiter in Atomkraftwerke investieren wollen, die bei Hitze teilweise abgeschaltet werden müssen, sei aus seiner Sicht keine Bedrohung, sagt Leonhard Gandhi. „Es gibt da sehr viele Planungen und Ankündigungen – aber was tatsächlich gebaut wird, sind erneuerbare Energien.“ Auch in Polen und Frankreich gebe es einen kräftigen Zubau von Photovoltaik.
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