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Dass ich vor ein paar Wochen bei den Stoffwindeln stehe, kommt nicht von ungefähr: 5000 Windeln verbraucht ein Kind in der gesamten Wickelphase, heißt es vom Bundesumweltministerium, und produziert damit etwa 1 Tonne Müll. Das einzusparen, klingt gut. In der Praxis denke ich aber an zusätzliche Wäsche, Organisationsaufwand, wenn wir unterwegs sind, und die Frage: Was passiert eigentlich bei Durchfall?
Henning Wilts vom Wuppertal-Institut für Klima, Umwelt, Energie kennt dieses Dilemma. Auch seine Familie habe Stoffwindeln ausprobiert und sei später wieder auf Einweg umgestiegen. Stoffwindeln zeigen dabei sehr gut, dass nicht unbedingt entscheidend ist, wie nachhaltig ein Produkt tatsächlich ist. Den Menschen einfach zu sagen "Verhaltet euch nachhaltiger" greife zu kurz, meint der Forscher. Viel wichtiger sei die Frage, was Menschen motiviert – oder in meinem Fall eben abschreckt.
Bei Eltern kleiner Kinder scheitert Nachhaltigkeit oft nicht am Wissen, sondern an der Zeit. Die großen Hebel liegen laut Wilts dabei nicht am Wickeltisch, sondern auf dem Arbeitsweg, am Esstisch und bei der Frage, wie wir wohnen.
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