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Aber warum sprechen wir eigentlich bisher nur von der Nordsee? Denn natürlich hat die Ostsee einen deutlich niedrigeren Salzgehalt (circa ein Prozent im Vergleich zu 3,5 Prozent in der Nordsee), die grundsätzliche Problematik kennt man aber auch hier. „Was wir beobachten, ist, dass in den Trinkwasserentnahmebrunnen entlang der Küste und insbesondere auf den touristisch gut erschlossenen Inseln wie Usedom, Rügen, Darß und so weiter, die Versalzungsindikatoren doch häufiger in den Trinkwasserentnahmen nachweisbar sind“, sagt Gregor Barth vom Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie Mecklenburg-Vorpommern (LUNG). Aktuell seien die Grundwasserkörper bei Stralsund und auf Usedom aufgrund von Versalzung in einem schlechten Zustand – landesweit eine leichte Verbesserung zur letzten Messung. Doch Schuld hieran ist nicht, dass der Druck durch das Meerwasser steigt, sondern dass der durch das Grundwasser sinkt. Dabei sollte sich die Süß-Salzwasser-Grenze an sensiblen Stellen möglichst wenig verschieben, sagt Barth. „Das Problem ist jetzt, wenn an bestimmten Stellen sehr viel Wasser gefördert wird und sich das sehr konzentriert, dann verschiebt sich diese Grenze in Richtung der Förderbrunnen und es kann also damit sein, dass man sich Salzwasser in diese geförderten Grundwasserreservoire hineinholt.“ Nicht wenige Standorte an der Küste mussten deshalb bereits aufgegeben werden, so Barth.
Der Meeresspiegelanstieg spiele dagegen an der Ostsee kaum eine Rolle. Denn der werde hier wieder ausgeglichen durch die postglaziale Hebung der Landmasse, erklärt der Experte. „Das bedeutet, die eiszeitlichen Gletschermassen haben damals auf die Landmasse gedrückt. Die sind längst weggeschmolzen und jetzt hebt sich das Land wieder nach oben. Da gibt es also eine Ausgleichsbewegung von ungefähr einem halben bis einem Millimeter pro Jahr und das gleicht sich sozusagen mehr oder weniger aus.“ An Mecklenburg-Vorpommerns Küste sei es vielmehr der Tourismus, der die Grundwasserspeicher unter Druck setze, denn der Prozess der Grundwasserneubildung hänge dem Bedarf hinterher. Deshalb arbeiten die Wasserwerke vor Ort an Lösungen, erläutert Barth. Unter anderem seien sogar Fernleitungen auf die Inseln im Gespräch.
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