Was wir essen, ist einer der größten Klimahebel, die wir selbst in der Hand haben. Mehr als ein Drittel der globalen Treibhausgase entsteht durch Ernährung. Zu Beginn meiner CO₂-Fastenwoche liegt mein wöchentlicher CO₂-Fußabdruck bei ungefähr 20,7 kg CO₂ pro Woche. Damit liege ich bereits deutlich unter dem deutschen Durchschnitt.
Mittlerweile haben Forschende für viele Produkte, die in unseren Supermärkten auftauchen, einen individuellen CO₂-Fußabdruck errechnet. Einer dieser Forscher ist Nils Rettenmaier vom Institut für Energie- und Umweltforschung (ifeu) in Heidelberg. Er erklärt, die Berechnung des CO₂-Fußabdrucks folge einer Methode die „Lebenszyklusanalyse“ oder Ökobilanz heißt und die gesamte Wertschöpfungskette umfasst. „Man betrachtet den Lebensweg von der landwirtschaftlichen Produktion an: Wenn Landwirte mit ihren Maschinen die Felder bestellen, wird etwa Diesel-Kraftstoff verbraucht“, erklärt er.
In den vergangenen Jahren habe die Forschung hier deutliche Fortschritte erzielt: „Die Schwierigkeit ist, typische Werte für ein Lebensmittel herauszuschälen, denn Kartoffeln können auf unterschiedliche Weise angebaut werden.“ Insofern ist die CO₂-Bilanz eines Lebensmittels eher ein grober Orientierungswert, keine fixe Zahl. In die Bilanz fließen auch andere klimawirksame Gase wie Methan und Lachgas ein und werden dann in CO₂-Äquivalente übersetzt.
Daraus ergeben sich lange Listen mit Lebensmitteln und CO₂-Werten. Für den Hausgebrauch sind diese Listen zu unübersichtlich – aber sie geben Nuancen wieder, die in der Diskussion um klimafreundliche Ernährung wichtig wären. Ein Beispiel: Fleisch ist eher schlecht fürs Klima – aber der Unterschied zwischen den Fleischsorten ist enorm. Wiederkäuer wie Rinder und Schafe emittieren aufgrund ihrer Verdauung besonders viel Methan – ein Gas, das ungefähr 25 Mal klimaschädlicher ist als CO₂.
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