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Wem der Mief einer Millionenstadt zu dolle wird, könnte eine der seltenen Gelegenheiten beim Schopfe packen und in den Räumen von Lilli Erasin, nun, vorbeischnuppern. Die Blumenwerkstatt hat manchmal als zeitgeistliches Pop-Up-Lädchen geöffnet und lockt im Berliner Sprengelkiez mit behaglichen Duftnoten aus Holzmobiliar und Trockenblumen. Kein Wunder, letztere hängen bei Blumen Goldbeck ja auch überall von der Decke. „Das ist Silberblatt, ist ein bisschen in Verruf geraten, früher war es so Oma, jetzt ist es schon lange toll“, erklärt die Floristin beim Begehen des Inventars. „Wilde Möhre, Wilde Karde, heimische Wildstauden lassen sich ganz toll trocknen!“
Erasin fertigt hauptsächlich Auftragsarbeiten an. In den letzten Jahren musste sie einen Gang zurückschalten und wollte keinen Ladenbetrieb mehr aufrechterhalten. Unter anderem, weil ihre Bezugsquellen für nachhaltige und regionale Blumen versiegt sind und sie auf Großmarktware zurückgreifen musste. „Und dann dachte ich, wenn ich nicht so viel Ware brauche, dann komme ich vielleicht mit dem zurecht, was für mich verfügbar ist.“
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