Für Gernot Wagner von der Columbia-Universität gehört die Technik sowieso nicht in die Hände von privaten Unternehmungen – zu risikoreich. Außerdem hat das Solare Geoengineering ein Grundproblem, so wie jede technische Maßnahme, das Klima wieder zurechtzurücken: Sie könnte Lösungen aufhalten, die tatsächlich die Ursachen der Schmerzen der Erde bekämpft, nicht nur die Symptome. Wagner befürchtet ein wenig hilfreiche Denke: „Hey, CO2-Steuer brauchen wir nicht, Wärmegesetz brauchen wir nicht, wir können weiter tun wie bisher. Und im Endeffekt, wenn es tatsächlich zum Klimawandel kommt, fange ich halt mit dem Solaren Geoengineering an“, ulkt er. „Das Schlimmste überhaupt wäre, wenn da jetzt irgendwer um vier Uhr in der Früh von seinem goldenen Thron twittert: Hier gibt es die Lösung zum Umweltschutz, zum Klimawandel.“
Derzeit würde Wagner also davon absehen, die Technik als pragmatische Klimaschutzmaßnahme zu empfehlen. Eine Intervention vielleicht, aber nichts was nachhaltig Emissionen reduziert. Auf der anderen Seite: Die Technik könnte Menschen und Staaten dazu bewegen, Emissionen tatsächlich zu reduzieren – nämlich dann, wenn sie vermeiden möchten, dass diese Sonnenbrille der Erde irgendwann dringend aufgesetzt werden muss.
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