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Scherenschnitt-Stil seitliches PortrÀt Frau mit Sprechblase, Hand mit Handel kommt ins Bild Richtung und will Sprechblase zerstechen
Ausgabe #129
vom Freitag, 23. Februar 2024

Nonchalante SĂŒnden sind doch immer noch die besten!

junger Mann mit schwarzer Kappe, runder Brille und Bart
von Florian Zinner

Hallöchen.

Neulich fand ich mich am Fuße einer Bronzestatue wieder, die zu Ehren des wissbegierigen Tausendsassas Galileo Galilei an seinem Geburtsort errichtet wurde. Und als ich so hinauf blickte, stellte ich fest, dass ich gerne noch viel weiter hinauf geblickt hĂ€tte und das Denkmal, aller bildhauerischen Raffinesse zum Trotz, ein wenig kĂŒmmerlich daher kommt – angesichts der Erkenntnisse, die uns dieser Mann beschert hat.

Zum Beispiel sein Einfluss auf die Entwicklung der modernen Wissenschaft, die auch vorm Umstoßen unseres Weltbilds nicht haltmachte und ihm ordentlichen Ärger mit der katholischen Kirche bescherte. Inzwischen zweifeln die wenigsten daran, dass die Erde eine Kugel ist und sich um die Sonne dreht, auch die Kirche nicht. 1992 hat sie offiziell anerkannt, dass Galileo recht hatte (und Kopernikus und alle, die es ebenfalls besser wussten, auch).

Aber vielleicht ist die Erde ja bald wieder eine Scheibe – so wie die Menschheit sie gerade plattmacht, wird’s nicht mehr lange dauern. Oder es gelingt auch den letzten Zweifelnden, sich modernen wissenschaftlichen Konsens anzunehmen. Denn so viele Jahrhunderte, wie zwischen den erkenntnisreichen Schaffensjahren Galileis und dem Einlenken der Kirche liegen, bleiben nun leider nicht, bis in Deutschland Durchschnittstemperaturen herrschen wie in Galileis toskanischer Heimat. Uneinsichtigkeit macht den Klimaschutz nicht gerade flotter. Deshalb schauen wir uns diese Woche an, warum Menschen den Klimawandel leugnen – oder besser gesagt: Warum sie es schon mal nicht tun.

#ïžâƒŁ Zahl der Woche

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 Prozent ist der Gasverbrauch in Europa seit Beginn des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine zurĂŒckgegangen, insbesondere in Deutschland, Italien und Großbritannien. Die Nachrichten des Deutschlandfunks verweisen auf ein Sammelsurium an GrĂŒnden wie erhöhte Energieeffizienz und Nachfragesteuerung, aber auch massiv gestiegene Gaspreise und milde Witterung. Dem vom Dlf zitierten Bericht zufolge lĂ€ge der Ausbau der ImportkapazitĂ€ten fĂŒr FlĂŒssiggas (LNG) deutlich ĂŒber den notwendigen. Ein Teil des russischen Gasimports sei zudem unglĂŒcklicherweise durch russisches FlĂŒssiggas ersetzt wurden und gestiegene LNG-Importe aus den USA könnten Europa wieder in einer AbhĂ€ngigkeit von einem bestimmten Land bringen.

Zweifel am Klimawandel: VerÀppeln sich die Menschen selbst?

So, als Erstes muss ich wohl Ihre Erwartungen dĂ€mpfen: Wir werden in den nĂ€chsten AbsĂ€tzen nicht abschließend klĂ€ren können, warum Menschen den Klimawandel leugnen. Irgendwann will man ja auch mal Feierabend machen. Aber wir versuchen der Sache ĂŒber das Ausschlussverfahren nĂ€herzukommen. JĂŒngerer Anlass ist eine Untersuchung, die mit einem interessanten Experiment untersucht hat, welche Prozesse bei der Verharmlosung der Klimakrise eine Rolle spielen. Die Forschung ist deutsch, die Probandinnen und Probanden kommen aber aus dem Land, in dem die Leugnung des Klimawandels sowas wie Tradition hat, den USA.

Es gibt allerlei Ursachen, die man als Grundlage jeder ambitionierten Verharmlosung des Klimawandels sehen kann. Politische und wirtschaftliche Interessen zum Beispiel. Denken Sie nur an die raffinierte (😏) Ölindustrie, die bereits seit den Siebzigern Bescheid wusste und die Auswirkungen, fossile EnergietrĂ€ger zu verbrennen, aktiv herunterzuspielen wusste. Aber auch Angst und damit einhergehende VerdrĂ€ngung können eine Rolle spielen – oder ganz banale Falschinformationen. Unterm Strich ist es in vielen FĂ€llen wahrscheinlich eine Gemengelage aus mehreren Faktoren, die dazu fĂŒhren, weltweiten wissenschaftlichen Konsens von der Hand zu weisen.

In den Vereinigten Staaten sind es immerhin 15 bis 20 Prozent, die das tun und den Klimawandel leugnen oder zumindest massiv herunterspielen. In Deutschland zeichnet sich ein leicht entspannteres, wenn auch nicht ganz einheitliches Bild: Der ARD-Deutschlandtrend kam 2019 zu dem Ergebnis, dass 86 Prozent der Deutschen ĂŒberzeugt sind, dass der Klimawandel menschengemacht ist. Dem stimmten sogar sechzig Prozent der AfD-AnhĂ€ngerinnen und -AnhĂ€nger zu, obwohl die Partei zu diesem Zeitpunkt in ihrem Europawahlprogramm am Menschen als Ursache fĂŒr die ErderwĂ€rmung zweifelte. In einer weiteren Deutschlandtrend-Umfrage aus dem FrĂŒhjahr 2023 wurde die Klimakrise sogar als wichtigstes Problem der deutschen Politik identifiziert. Gleichzeitig zeigte eine Untersuchung der Friedrich-Ebert-Stiftung aus dem Sommer 2022, dass ein Viertel der ĂŒber 2000 befragten Deutschen der Verschwörungs-Idee etwas abgewinnen können, Forschende wĂŒrden den Klimawandel ĂŒbertreiben, um mehr Geld und Anerkennung zu erhalten.
Grafik zeigt zwei Ring-Diagramme. Im Westen Deutschlands glauben 65 Prozent an den Klimawandel, 21 Prozent nicht und 14 Prozent wissen es nicht/keine Angabe. Im Osten Deutschlands glauben 57 Prozent an den Klimawandel, 25 Prozent nicht und 18 Prozent wissen es nicht/keine Angabe.
Dieses Viertel deckt sich mit den Erkenntnissen einer YouGov-Befragung, was die Ablehnung des menschengemachten Klimawandels betrifft (siehe Grafik). Eine reprĂ€sentative Befragung des Umweltbundesamts kam indes zu dem Schluss, dass 91 Prozent der Befragten prinzipiell einen umwelt- und klimafreundlichen Umbau der Wirtschaft befĂŒrworteten. Aber neun fehlende Prozent sind im bevölkerungsreichen Deutschland eben auch eine ganze Menge.

ZurĂŒck nach Übersee. In den USA, in denen der inlĂ€ndische Fernverkehr hauptsĂ€chlich durch die Luftfahrt bestritten wird und der Wasserhahn beim ZĂ€hneputzen vorsĂ€tzlich offen bleibt, liegt fĂŒr die neue Forschung neben den eingangs genannten eine weitere Vermutung nahe, warum Menschen nichts von Klimawissenschaft halten: SelbsttĂ€uschung. „Es fĂ€llt mir leichter, einen großen SUV zu fahren, wenn ich gar nicht so richtig an den Klimawandel glaube. Also im Grunde handelt es sich dann dabei um eine Ausrede, um mein eigenes Verhalten besser rechtfertigen zu können.“ Das sagt Florian Zimmermann, der an der Uni Bonn dazu forscht, wie sich Menschen in bestimmten Wirtschaftsszenarien verhalten. Zimmermann und Team wollten wissen, wie diese SelbsttĂ€uschung dazu fĂŒhren kann, den Klimawandel zu leugnen.
Geld spenden oder Geld einstecken?
Genauer gesagt: Wenn sich Menschen klimaschĂ€dlich verhalten, mĂŒssen sie dann die SelbsttĂ€uschung als Werkzeug nutzen, um ihr Verhalten zu rechtfertigen – und sich schließlich selbst davon ĂŒberzeugen, dass es den Klimawandel nicht gibt? Diese Hypothese stand zumindest am Anfang der Forschung, an der 4.000 US-Amerikanerinnen und -Amerikaner beteiligt waren. Die Testpersonen mussten sich einer, sagen wir mal ĂŒberschaubar komplexen, Aufgabe stellen: Zur VerfĂŒgung standen vierzig Dollar. Jetzt galt es sich zu entscheiden, welcher von zwei recht Ă€hnlichen Klimaschutzorganisationen diese vierzig Dollar als Spende zugefĂŒhrt werden. Die Testpersonen wurden in zwei Gruppen unterteilt, wobei die eine einen zusĂ€tzlichen Joker ziehen konnte: Sich das Geld selbst einstreichen.

Genau. Es stand einigen Probandinnen und Probanden offen, die bereits festgelegte Spendenabsicht zu torpedieren. Zimmermann: „Die Idee dahinter ist, dass sie das nur guten Gewissens machen können, wenn sie eine Ausrede dafĂŒr haben. Eine Ausrede, die den Klimawandel runterspielt oder ein StĂŒck weit leugnet, dass der Klimawandel tatsĂ€chlich menschengemacht ist.“ Die Forschenden wollten nun wissen, ob die Aussicht auf die Spende eine sogenannte kognitive Dissonanz im OberstĂŒbchen erzeugt. Beispiel vom Anfang: „Nehmen Sie jemanden, der eben wahnsinnig gerne einen großen SUV fĂ€hrt. An sich ist diese Person durchaus ĂŒberzeugt, dass der Klimawandel menschlich gemacht ist.“ Aber da ist ja eben dieser verdammt große Wunsch, dieses verdammt große Auto zu fahren, auch wenn die Person weiß, dass das hinsichtlich Klimawandel keine gute Idee ist. An dieser Stelle wird’s dissonant im Kopf: „Wie ich diese Dissonanz jetzt reduzieren kann, ist eben, dass ich mir einrede: Na ja, wer weiß das schon so ganz genau mit dem Klimawandel.“
Eigener Vorteil heißt nicht Leugnung
Statt einen SUV im Carport gab’s im Experiment eben vierzig Dollar auf die Hand. (Das reicht im Billigsprit-Land USA immerhin fast fĂŒr eine SUVsche TankfĂŒllung!) Nun galt es durch Vergleiche mit der zweiten Gruppe herauszufinden, ob SelbsttĂ€uschung ein gĂ€ngiges Werkzeug ist, klimaschĂ€dliches Verhalten vor sich selbst zu rechtfertigen. Um das zu ermitteln, brauchten Zimmermann und Team eine Art Maß und zogen eine Studie heran, die untersucht hat, wie sicher sich Klimaforschende wirklich sind, dass der Klimawandel menschengemacht ist. Vorab: Die Studie untermauert, dass es keine Zweifel gibt. Aber vielleicht bei den Probandinnen und Probanden. Die kannten das Ergebnis der Studie nicht und mussten nun abschĂ€tzen, wie viele Forschende sich wirklich sicher sind. Lagen sie richtig, winkte eine kleine Bonuszahlung – sozusagen als Goodie, um realistische Antworten zu geben. Daran ließ sich messen, wie viele Menschen wirklich den menschengemachten Klimawandel infrage stellten.

Und siehe da: Ein Vergleich der Ergebnisse der beiden Gruppen fĂŒhrte dazu, dass die Forschenden ihre Hypothese mit der SelbsttĂ€uschung nicht bestĂ€tigen konnten. „Wir haben keine Evidenz gefunden, dass Menschen, die sich zu ihrem eigenen Vorteil entscheiden, dem Klima zu schaden, eher geneigt waren, den Klimawandel zu leugnen“, sagt Florian Zimmermann, der darĂŒber erstmal ĂŒberrascht war. Das bedeutete zwar nicht, dass es keine Fehlwahrnehmung hinsichtlich Klimawandel gebe, „es scheint nur nicht so zu sein, dass diese Fehlwahrnehmung jetzt daher resultieren, dass die Menschen eine Ausrede fĂŒr ihr klimaschĂ€dliches Verhalten suchen.“

WĂ€re SelbsttĂ€uschung aber tatsĂ€chlich ein sehr wichtiger Faktor fĂŒr die Leugnung des Klimawandels, hĂ€tten Politik und Gesellschaft ein dickes Problem, also noch eins. Denn Menschen sind Ă€ußerst gut darin, sich selbst zu tĂ€uschen, betont Zimmermann. Er und das Team konnten vielmehr sehen, dass das Leugnen des Klimawandels mit politischen PrĂ€ferenzen in Zusammenhang steht, es also Teil der politischen IdentitĂ€t sein könnte. Und ein festgelegtes Meinungsbild, das zu einer politischen IdentitĂ€t gehört, lĂ€sst sich nicht mal eben verĂ€ndern. Das kennen wir auch aus anderen Lagern, zum Beispiel die Ablehnung von neuen Verfahren der Genomeditierung (GrĂŒne Gentechnik) bei Menschen mit links-grĂŒner oder die Ablehnung eines Tempolimits auf bundesdeutschen Autobahnen mit liberal-konservativer IdentitĂ€t.

„Es spricht viel dafĂŒr, als Gesellschaft die politische Polarisierung zu reduzieren, statt sie noch zu verstĂ€rken“, sagt Florian Zimmermann. Denn eine Polarisierung stĂ€rkt wiederum die verschiedenen IdentitĂ€ten – was wenig hilfreich klingt. Eine Leugnung des Klimawandels zu verhindern, beginnt also damit, herauszufinden, wie sich politische Fronten enthĂ€rten lassen. So einfach ist das. Oder so kompliziert.

🗓 Klimatermine

Montag, 26. Februar – Online

Die Heinrich-Böll-Stiftung lÀdt zu einem digitalen MittagsgesprÀch und fragt, wie nach dem Haushaltsurteil dringend notwendige Staatsausgaben verlÀsslich und ausreichend finanziert werden können. Teilnahme auch ohne Anmeldung

Dienstag, 27. Februar – Dresden

Unter dem Titel „Sorbus – eine Gattung in Auflösung“ hĂ€lt der BiodiversitĂ€tsforscher Peter Schmidt einen Vortrag ĂŒber die Eberesche/Vogelbeere. Infos

Freitag, 1. MĂ€rz – bundesweit

Unter dem Motto #WirFahrenZusammen rufen Ver.di und Fridays For Future zu einem bundesweiten Klimastreik in zahlreichen StĂ€dten auf, bei dem BeschĂ€ftigte im Nahverkehr und FahrgĂ€ste gleichermaßen fĂŒr eine bessere Nahverkehrs- und klimafreundliche MobilitĂ€tspolitik auf die Straße gehen. Alle Infos

📰 Klimaforschung und Menschheit

Zustimmung zu mehr Klimaschutz weltweit unterschÀtzt

Das zeigt eine Untersuchung, die im Februar im Fachblatt Nature Climate Change erschienen ist. Zwei Drittel der weltweit Befragten gaben an, bereit zu sein, ein Prozent des monatlichen Einkommens fĂŒr den Kampf gegen den Klimawandel auszugeben. Allerdings schĂ€tzten nur 43 Prozent, dass auch ihre Mitmenschen bereit wĂ€ren, das zu tun. Bemerkenswert: Menschen in LĂ€ndern mit geringerem Bruttoinlandsprodukt und höheren Temperaturen waren eher bereit, fĂŒr Klimaschutz zu bezahlen. In Verursacherregionen wie Nordamerika, Japan, Russland und dem Vereinigten Königreich waren es weniger als die HĂ€lfte der Befragten. Mehr Infos im F.A.Z.-Klimablog

Klimawandel: Zecken schon aktiv, Pollen auch

Der Pollenflug in Deutschland ist wegen der milden Temperaturen schon voll im Gang. Hasel und Erle sind als FrĂŒhblĂŒher bereits seit einigen Wochen in der Luft und stĂ€uben mit zum Teil hoher IntensitĂ€t. Auch die Pollen von Eiben, ZypressengewĂ€chsen, Pappeln oder Ulmen fliegen bereits. Infolge des anhaltend milden Wetters sind zudem die Zecken hierzulande bisher gut durch den Winter gekommen und schon sehr aktiv. Das laufende Jahr könnte demnach ein ausgeprĂ€gtes Zecken-Jahr werden. dpa/MDR WISSEN

Mosel-Wein profitiert durch Klimawandel

Die QualitĂ€t von Riesling aus dem grĂ¶ĂŸten Steillagenweinbaugebiet der Welt, der Mosel, hat sich infolge des Klimawandels in den vergangenen Jahren verbessert. Zu diesem Schluss kommt der Pflanzenbauwissenschaftler Hans Reiner Schultz. Durch zunehmende WĂ€rme und Trockenheit reife der Wein frĂŒher und schmecke besser. Auf der Sorte liegt ein besonderes Augenmerk, denn auf fast zwei Drittel der AnbauflĂ€che in der Weinregion stehen Rieslingstöcke. Im Fokus sind aber auch sogenannte Zukunftssorten wie der sĂŒdwestfranzösische Merlot, der mittlerweile auch an der Mosel gut reift, oder neue Sorten wie Futura Feinherb – eine Kreuzung aus Sauvignac und Donauriesling, die wiederum bereits von Natur aus widerstandsfĂ€hig gegen Pilzinfektionen und besser gegen eine klimawandelbedingte HĂ€ufung von schwĂŒlwarmen Wetter in der Region gewappnet sind. HintergrĂŒnde bei der tagesschau

đŸ“» Klima in ARD, Deutschlandradio und MDR

Bunte Primel in Korb

FrĂŒhling schon im Februar

Der Trend zum immer frĂŒheren FrĂŒhling in Mitteldeutschland lĂ€sst sich statistisch belegen.
Solarpanele, BÀume und WindrÀder

Das „Solar Valley“ kĂ€mpft ums Überleben

Die Produktion von Solarzellen in Bitterfeld-Wolfen ist gefÀhrdet. Denn anders als in den USA fehlen in der EU Subventionsprogramme.
Frau mit Brille, blonden schulterlangen Haaren, Text Kemferts Klima-Podcast

Atlantik-Strömung vor Kollaps

Kemferts Klima-Podcast: Ist es wahrscheinlicher als bisher bekannt, dass im Zuge des Klimawandels Atlantikströmungen kollabieren? Die Folgen fĂŒr das Klima könnten extrem ausfallen.

👋 Zum Schluss

Im oben empfohlenen Lese- und DatenstĂŒck hat der Kollege Robert Rönsch fĂŒr Sie notiert, wie sich der FrĂŒhling im Mitteldeutschland nach vorn verlagert, besonders sichtbar an der HaselblĂŒte. Auch die Kornelkirsche ist schon dran, jetzt, im Februar und damit ein bis zwei Monate zu frĂŒh.

Kornel-was? Okay, kannte ich auch nicht. Hat viele putzig-kleine, gelbe BlĂŒtenstĂ€nde und heißt im sĂŒddeutschen Raum auch Dirndlstrauch. Eigentlich ist das GewĂ€chs in den wĂ€rmeren Regionen SĂŒd- und Westeuropas heimisch, interessanterweise aber auch in Teilen Mitteldeutschlands. Die FrĂŒchte haben zwar nichts mit einer echten Kirsche zu tun, sind aber genießbar, wenn sie im SpĂ€tsommer zu Boden fallen und bestechen durch einen Vitamin-C-Reichtum, den man sonst von Zitronen kennt.

Kurzum: Wenn es in Ihrem Garten trotz der milden Winter noch zu frisch fĂŒr ein ZitronenbĂ€umchen ist, dann denken Sie einfach ĂŒber eine Kornelkirsche nach. Die macht die graue Jahreszeit schließlich auch ein bisschen gelb.

Passen Sie auf sich und die Welt auf.

Herzlich
Florian Zinner